Würzburg – Mitgliederversammlung

Oft macht ja der Vergleich den Unterschied deutlich. Und stellt man die Mitgliederversammlung von Nürnberg 2021 und die diesjährige in Würzburg nebeneinander, so war Nürnberg die Versammlung des Aufbruchs und Würzburg eher die der Konsolidierung und des Realismus´. War Nürnberg geprägt von vielen neuen Gesichtern, so waren die Neuen von damals ja inzwischen die Alten. Und es waren auch noch ältere Mitglieder angereist, um ihre Ideen und Erfahrungen einzubringen. Die Versammlung war so etwas wie ein Mehrgenerationentreffen.

Was war noch anders? Bei Würzburg stand es außer Frage, dass man sich in Präsenz traf, in Nürnberg war es bis zum Vortag unklar, ob es nicht unklug war, in Präsenz zusammenzukommen. Was beide Veranstaltungen verband, waren viele Absagen im Vorfeld. Corona und ihre Folgen.

Was waren die Ergebnisse? Der Vorstand berichtete von dem, was im letzten Jahr geschehen war und es war auf der einen Seite viel: Es waren viele Videokonferenzen abgehalten worden (für jede Schulart eine), es gab einige Jubiläen, auf denen der Vorstand Präsenz gezeigt hatte; auf mehreren Vorstandsklausuren wurde überlegt, wie das Wichtige von noch zu wenigen Aktiven realisiert werden konnte. Im Nachhinein ein ambitioniertes Programm. Auf der anderen Seite waren es weniger Gespräche im bildungspolitischen Bereich: wahrscheinlich war das auch der Coronakrise geschuldet.

Und der Ausblick? Da weitermachen, wo man gerade ist. Dabei die Kräfte gut einteilen. Vielleicht stehen ja die Zeichen der Zeit weniger auf Aufbruch als auf Konsolidierung.

Fachvorträge gab es gleich zwei: Die stellvertretende bib-Vorsitzende referierte über „Schulentwicklung mitdenken- Schulberatung im Kontext der Schulentwicklung sichtbar machen“. Sie zeigte viele Wege, wie sich Beratungslehrkräfte und Schulpsychologen in den Schulentwicklungsprozess einbringen können und sollten – auch um schulischen Kontext sichtbarer zu werden. In dem Vortrag wurde besonders das Potential herausgearbeitet, das die Beratungslehrkräfte und Schulpsychologen an ihren eigenen Schulen über die Alltagsarbeit hinaus haben. Daher beschloss man, nach Wegen zu suchen, diese Ansätze weiter „in die Fläche zu bringen“, wie es der Vorsitzende Christian Feja formulierte. Angedacht sind die Schulberatungsstellen oder die Stellen der Schulaufsicht.

Der Vortrag des Vorsitzenden hatte zwei Schwerpunkte: Zum einen stellte er „Design Thinking“ vor, eine Entscheidungsfindungsmethode, mit der man verhindern will, dass es am Ende Ergebnisse gibt, die aber nie umgesetzt oder verwässert werden, weil die meisten Kollegen eigentlich nicht hinter dem Ergebnis stehen. Zum anderen stellte er das neue Förderkonzept seiner Schule vor, das gerade mit Design-Thinking erarbeitet wird.

Fazit: Es war eine sehr interessante, konstruktive und sehr unaufgeregte Mitgliederversammlung. Im nächsten Jahr geht es wieder nach Nürnberg, weil das so schön zentral liegt.

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