Vorstand und Ministerium im Gespräch

Einmal im Halbjahr treffen sich die zuständigen Mitarbeiter des Referats IV/9 des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus und der bib-Vorstand. Vor Corona traf man sich in München am Ministerium, in der Hochphase der Seuche in Videokonferenzen und jetzt in der abflauenden Phase konnten sich Herr Reuthner und Frau Schmitt vom Ministerium sowie Birgit Hubbauer und Christian Feja vom bib persönlich kennen lernen.

Das 90minütige Gespräch war sehr produktiv und konstruktiv. Fazit der bib-Vorsitzenden: „Wir wissen, dass wir an einem Strang ziehen. Das ist besonders in dieser Zeit wichtig, in der in allen Schularten um jede Stunde gefeilscht wird.“

Im ersten Block informierte der bib-Vorstand darüber, dass in manchen Regionen Bayern die Anrechnungsstunden für den Übertrittscoach nicht bei den Kollegen angekommen sind. Herr Reuthner bittet daher den Vorstand, herauszufinden, welche Regionen betroffen seien. Des Weiteren berichtete der Vorstand, dass Corona insofern Spuren hinterlassen hat, als die Beratungsfälle mit Konzentrations- und Gedächtnisproblemen oder mit sozialen Auffälligkeiten mehr geworden sind. Die Stunden, die im „Brückenbau“-Programm auch dafür vorgesehen waren, diesen Problemen, die ja zu erwarten waren, zu lösen, hätten viele Schulleiter aber, so Feja, dafür verwendet, Kurse einzurichten, in denen Lernrückstände aufgeholt werden sollten.

Im zweiten Block tauschten dich Ministeriumsvertreter und der bib-Vorstand darüber aus, wie das Konzept „Beratungslehrer als Lernexperten“ umgesetzt werden soll. Zukünftig sollen nämlich die Beratungslehrkräfte an den Schulen nicht nur die Schullaufbahnberatung als Alleinstellungsmerkmal haben, sondern auch den Bereich der Lernförderung. Angedacht ist dabei neben konkreten Beratungs- oder Coachingaufgaben besonders die Konzeption von schulinternen Förderprogrammen. Administrativ abgesichert werden soll dieser Ansatz dadurch, dass er in die Reform der Ausbildung, in die KmBek, die gerade erstellt wird, und in das Weiterbildungskonzept der Schulberatungsstellen einfließt. Für die Beratungslehrkräfte steht also eine reizvolle Erweiterung ihres Aufgabenbereichs im Kernbereich von Schule bevor, was ihnen bestimmt auch mehr Gewicht Sichtbarkeit verschafft.

Im dritten Bereich wurde der bib-Vorstand darüber informiert, dass es jetzt an den Schulberatungsstellen für den Bereich der beruflichen Schulen Mitarbeiter gibt, die ausschließlich an der Schulberatungsstelle arbeiten, weil sich die Doppelbelastung Schule-Beratungsstelle als nicht sinnvoll erwies. Außerdem erfuhr der Vorstand, dass das Rahmenkonzept „Ukraine“ so überarbeitet wird, dass der Einsatz der angedachten Beobachtungsbögen auch im Rahmen von anschließenden Beratungsgesprächen noch nicht endgültig geklärt ist

Unter „Sonstiges“ gab es noch einen Dauerbrenner: Müssen Beratungslehrern an den Grund- und Mittelschulen die LRS-Testungen vornehmen und die Ergebnisse dann an die Schulpsychologen weiterleiten. Herr Reuthner: „Das ist wohl weitgehend so Usus.“ Eine rechtliche Grundlage gebe es dafür aber nicht.

Rückblickend kann man sagen: Viel Thema, klare Aussagen und eine Perspektive. So kann es weitergehen, irgendwann im Frühjahr.

(Beitragsbild: Bearbeitete Vorlage des StMUK)

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