bib-Vorstand am Ministerium

 

Sachlich und unaufgeregt war das Gespräch, zu dem Herr Reuthner und Frau Schmitt vom Referat VI.9 des Staatsministeriums und Christian Feja und Maria Sax vom bib-Vorstand in der MünchnerJungfernturmstraße zusammengekommen waren.
Gesprochen wurde viel über Altbekanntes: Nachwirkungen der Coronakrise, Probleme mit neu
zugewiesenen Anrechnungsstunden, das Konzept des Beratungslehrers als Lerncoach, die KMBek über die Schulberatung in Bayern, an deren Überarbeitung schon länger gearbeitet wird, und die Neukonzeption der Weiterbildung zur Beratungslehrkraft über die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) Dillingen. Daneben ging es natürlich auch um das Thema „Sichtbarkeit der Beratungslehrkräfte an ihren Schulen“.
Da Corona viele Schüler in Bayern belastet hat, wurde das Förderprogramm „gemeinsam.Brücken.bauen“ ins Leben gerufen. Da aber auch viele Lehrer unter den direkten und indirekten Folgen der Pandemie leiden, wurden, so Hr. Reuthner „sehr viele personelle Ressourcen mobilisiert, um hier zu helfen.“ Diese seien über die Staatlichen Schulberatungsstellen in den Ausbau des Bereiches der „Lehrergesundheit“ geflossen. Lehrergesundheitsteams würden den Schulen und Lehrern möglichst geeignete Maßnahmen anbieten. „Inwieweit diese Angebote in der Breite wahrgenommen werden, müssen wir abwarten.“
Dass der bib-Vorstand in den zuständigen Referaten der einzelnen Schulabteilungen wieder mehr Präsenz zeigen sollten, empfahl Stephan Reuthner dem bib-Vorstand. Hier würden in der Praxis die Anrechnungsstunden verteilt, und hier sei man sicher auch daran interessiert, zu erfahren, ob alles so umgesetzt werde, wie es angedacht sei. Hier könne der Vorstand auch erfahren, welche schulartbezogenen Schwerpunkte als Aufgabe der Beratungslehrkräfte in den jeweiligen Schularten verfolgt würden.
Viel Einigkeit herrschte auch darüber, dass Beratungslehrkräfte in der eigenen Schule mehr dafür tun müssen, dass sie von den Schulleitungen und auch den Eltern als Experten mit einem weiten
Aufgabengebiet wahrgenommen werden. Christian Feja: „Sie denken bei der Beratungslehrkraft
meist an Schullaufbahnberatung – und alles, was darüber hinaus geht, entzieht sich den meisten.“ Daher sollten sie – auch das war schon Thema mehrerer Gespräche – gemeinsam mit der Schulleitung und allen am Beratungsprozess Beteiligten „Pädagogische Teams“ bilden, die sich in regelmäßigen Abständen treffen. In Ansätzen geschieht das u. a. bereits an einigen Grund- und Mittelschulen, wie Maria Sax berichtete. Hier können z. B. Schulleitung, Beratungslehrkräfte, Schulpsychologen, Sozialarbeiter, die Heterogenitätsbeauftragten der Schule und MSD-Mitarbeiter gemeinsam daran arbeiten, Lern- und Verhaltensprobleme zu lösen. So könne man sich nach innen informieren und absprechen und nach außen den Eltern und Schülern eine klare Struktur anbieten, an der sie sehen, welcher Berater für welches Problem zuständig ist.
Sich als Lernexperten anzubieten, auch im Rahmen der „Pädagogischen Teams“, wäre eine
zusätzliche Möglichkeit, das berufliche Profil als Beratungslehrkraft zu schärfen. Denn die Fähigkeit der Beratungslehrkraft zu erkennen, welche Lernprobleme ein Schüler oder eine Schülerin haben und wie man sie lösen kann, ist eine ihrer Kernkompetenzen. Beratungslehrkräfte beschäftigen sich intensiv mit der Frage, wie man Lernprozesse optimieren kann. Diese Expertise sollen Beratungslehrkräfte ausbauen. Stephan Reuthner: „Beratungslehrkräfte sind die Lernexperten an den Schulen. Das müssen sie deutlicher herausstellen.“ Dieser Aspekt „Beratungslehrkraft als Lernexperte“ fließt auch in die neu konzipierte Weiterbildung zur Beratungslehrkraft ein, die wesentlich praxisorientierter sei als ihre Vorgängerin. Die unterschiedlichen Aufgabenfelder und Arbeitsweisen werden nun intensiver miteinander verknüpft. (Näheres dazu in einem eigenen Websitebeitrag)

Konsens war auch, dass das Gespräch mit dem Schulleiter oder der Schulleiterin über den
Tätigkeitsbericht für die Beratungslehrkraft zum einen eine gute Möglichkeit sei, zu zeigen, was sie leistet und wie groß das Aufgabengebiet sei, und zum anderen, um gemeinsam Ziele zu vereinbaren und zu planen.
Der geneigte Leser wird feststellen, dass es nicht viel Neues zu besprechen gab. Das Wichtigste war
wohl das Gefühl am Ende des Gesprächs, gemeinsam und mit viel Engagement an einer guten Sache zu arbeiten. Allein das war es wert, nach München zu reisen.

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