Neue Aufgaben? – Eine Anrechnungsstunde mehr?

Das Wichtigste zuerst: Ab dem nächsten Schuljahr werden die meisten Beratungslehrkräfte eine Anrechnungsstunde mehr erhalten. Dafür werden sie vermehrt mit Aufgaben betraut, die sich daraus ergeben, dass die Schulen die Probleme lösen und die Krisen bewältigen müssen, die die Pandemie in ihrem Bereich mit sich brachte. Veröffentlicht wurde dies in einem KMS und einem angehängten Rahmenkonzept, die hier kurz vorgestellt werden:

Mit zunehmender Dauer des Distanzunterrichts besteht die Sorge, dass ungeachtet der engagierten und professionellen Bemühungen der Lehrkräfte nicht alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen erreicht wurden. Um trotz der Beeinträchtigungen die Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit für alle bayerischen Schülerinnen und Schüler zu wahren, hat der bayerische Ministerrat ein umfangreiches Förderprogramm aus schulischen und außerschulischen Förderangeboten beschlossen.“ Mit diese Worten beginnt das KMS vom 12.5.2021 in dem das „gemeinsam.Brücken.bauen - Förderprogramm zum Ausgleich pandemiebedingter Nachteile für Schülerinnen und Schüler “ vorgestellt wird. Das Förderprogramm basiere auf zwei wesentlichen Säulen: „Potentiale erschließen“ (Lernförderung) und "Gemeinschaft erleben" (Sozialkompetenzförderung)

Das Programm setze sich aus verschiedenen Elementen zusammen: Maßnahmen zur individuellen Förderung im Regelunterricht, Brückenkurse, die außerhalb des Regelunterrichts angeboten werden, Tutorenprogramme sowie Ferienkurse. Darüber hinaus solle es auch „grundlegende Begleitmaßnahmen“ geben, die neben einer veränderten Schwerpunktsetzung in den Lehrplänen und einer Flexibilisierung der Maßnahmen zum den Regelungen zum Vorrücken und Wiederholen auch eine Stärkung der pädagogisch-psychologischen Beratung umfasst.

Für individuelle Beratung und Unterstützung, insbesondere bei akuten Krisen sowie bezüglich spezifischer Lern- und Leistungsprobleme“ sollen ab dem Schuljahr 2021/2022 die vorhandenen Beratungskapazitäten der Beratungslehrkräfte über alle Schularten hinweg um mehr als ein Drittel erhöht werden. In den Schuljahren 2021/2022 und 2022/2023 würden auch im Bereich der Schulpsychologie die Kapazitäten entsprechend aufgestockt. Dadurch werde dem pandemiebedingt deutlich erhöhten Beratungsaufkommen zur Bewältigung der psychischen und emotionalen Probleme Rechnung getragen.

Unklar ist, wie aus dem Staatsministerium zu erfahren war, bislang noch, wie diese Stunden verteilt werden und welche konkreten Aufgaben für die Beratungslehrkräfte damit verbunden sind. Sicher scheint jedoch, dass sie sich gemeinsam mit anderen an der Schule tätigen Experten maßgeblich an Konzepten und Maßnahmen beteiligen, werden, die die Sozialkompetenz der Schüler fördern sollen, „ z. B. bei der Gestaltung schulinterner Lehrerfortbildungen, in denen wesentliche Impulse für die konkrete Arbeit vor Ort gesetzt werden können“.

Wesentliche Eckpunkte des Bereichs „Gemeinschaft erleben - Sozialkompetenzförderung“ sind die „Stärkung der Sozialkompetenzförderung im Unterricht und bei schulischen Veranstaltungen“ und „Zusätzliche Ferienangebote des BJR“.

Unter die „Stärkung der Sozialkompetenzförderung im Unterricht und bei schulischen Veranstaltungen“ fallen nach diesem Rahmenkonzept eine Schwerpunktverschiebung im Unterricht zu „wo immer möglich … schülerzentrierte Unterrichtsformen“ sowie einer Bereicherung von „Klassenfahrten, Wandertagen und Exkursionen“ um „erlebnispädagogische Elemente ..., um die Sozialkompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu fördern". Das Angebot an Wahlunterricht und Arbeitsgemeinschaften soll so ausgerichtet werden, dass sie zu einem wichtigen Ort der Begegnung in der Schule werden. Die intensive Förderung der Sozialkompetenzen soll auch hier ein wichtiges Element darstellen.

KMS Schweinöster_Barbara_Kopie_gemeinsam.Brücken.bauen_-_Förderkonzept_zum_Ausgleich_pandemiebedingter_Nachteile

Rahmenkonzept Anlage_Rahmenkonzept

 

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