Schulberatung und Lehrergesundheit

Im aktuellen Heft des BLLV veröffentlichte Markus Schäffner, Personalratsvorsitzender am Schulamt und BLLV-Vorsitzender im Landkreis Miesbach, einen lesenswerten Artikel, der wichtige Positionen des bib aufgreift und den wir hier gerne veröffentlichen:

Was sind uns gesunde Lehrer wert?

Schulberatung und Lehrergesundheit

Der Trend ist offensichtlich. In der Schule wird Beratung immer wichtiger. Aber die Schulberatung berät nicht nur Schüler und Eltern. Immer mehr Beratung benötigen auch Kolleginnen und Kollegen,  Schulleitungen, Funktionsträger, Junglehrer und nicht zuletzt die Schulaufsicht.

Einer der Schwerpunkte der Schulberatung ist der Erhalt und die Förderung der Gesundheit von Lehrkräften, sprich, der Lehrergesundheit. Dies geht aber weit über den landläufigen Begriff der Lehrergesundheit hinaus. Es gilt vielmehr ein professionelles und wirksames „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ an den Schulen zu etablieren.

Gesundheitsmanagement in der Schule soll dazu beitragen, die Gesundheit und Berufszufriedenheit von Lehrerinnen und Lehrern zu erhalten, Ressourcen zu nutzen und Stärken zu fördern. Bei den Schulpsychologen und Beratungslehrern sind Kompetenzen gebündelt, die Führungskräften ebenso zu Gute kommen wie Berufsanfängern.

Die Schulberatung leistet bereits jetzt einen erheblichen Beitrag zum Gesunderhalten der Lehrkräfte. Es arbeiten eine Reihe von Schulpsychologen und Beratungslehrern seit vielen Jahren sehr engagiert im Bereich der Lehrergesundheit. Sie haben sich hier qualifiziert und weitergebildet. Die Bandbreite erstreckt sich über Angebote zur Krisenintervention, Supervision und Coaching für Führungskräfte, es gibt psychologische Gesundheitstrainer, Präventivkurse wie AGIL und Gesundheitscoachings, kollegiale Fallberatung,  Einzelberatung, Lehrergesundheitstage der Schulberatungsstellen, aber auch Fortbildungen, die helfen schwierige Situationen im Schulalltag zu meistern und somit ebenso zur Lehrergesundheit beitragen.

Ein großes Bestreben der Fachgruppe Schulberatung ist es mit den Verantwortlichen des BLLV aber auch mit den politisch Verantwortlichen im Dialog zu stehen, um für die Beschäftigten einen möglichst großen Gewinn zu erzielen.

Es muss das vorhandene System genutzt werden, anstatt parallel neue Strukturen zu etablieren. Man muss weitsichtig planen. Welche Rahmenbedingungen sind gegeben? Welche Ressourcen gibt es im System? Wie kann man diese adäquat nutzen? Wie kann man diese gewinnbringend unterstützen?

Wir haben ein gutes und qualitativ hochwertiges Angebot, das maßgeblich seinen Teil zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit im Lehrerberuf beiträgt: Die Schulberatung.

Lassen Sie uns gebraucht werden.

Markus Schäffner, FG Schulberatung, BLLV Oberbayern

Ein Kommentar zu “Schulberatung und Lehrergesundheit

  1. Christian Feja Autor des Beitrags

    Sehr geehrter Herrn Schäffner,
    ich habe mit viel Wohlgefallen Ihren Beitrag gelesen und glaube, wenn ich etwas zwischen den Zeilen zu lesen versuche, ihm auch einen Appell entnehmen zu können. Ich lese heraus, dass Sie dazu auffordern, dass bei den vielen sozialen Herausforderungen, die sich aus unserem Beruf ergeben, die uns vorgesetzten Stellen endlich wieder wahrnehmen, welch großen Schatz sie mit der Schulberatung vor Ort haben. Auf diesen zuzugreifen, wäre vernünftig.
    Stattdessen irrlichtern, so darf ich Ihren Gedanken ergänzen, immer neue Berater und Koordinatoren durch die Weiten der bayerischen Schullandschaft, deren Qualifikation oft fragwürdig ist, die aber einen großen Vorteil für die Schulen und die Administration haben: Sie sind verfügbar und die belasten den Etat des Ministeriums nicht.
    Lieber Herr Schäffner, die Fachgruppe Schulberatung im BLLV will verbandsintern, aber auch in der Kultusadministration wahrgenommen werden und sich für die Belange der Kollegen im Bereich der Schulberatung einsetzen. Mein Vorschlag ist es, dass wir uns einmal zusammensetzen und überlegen, wie groß unsere gemeinsamen Interessen sind und wie wir sie umsetzen können. Wir würden uns freuen, wenn es dazu käme.

    Christian Feja

Schreibe einen Kommentar