Multiprofessionelle Teams – ein sinnvolles Wahlgeschenk?

Weil auch das Staatsministerium registriert, dass in einer Zeit, in der die Anforderungen an den Staat, die die Erziehung junger Menschen betreffen, die Lehrer immer mehr und oft auch zu sehr belastet werden und weil Verbände und Parteien sie schon lange fordern, sollen sie jetzt auch in Bayern eingeführt werden: multiprofessionelle Teams, also Teams, in denen Experten aus vielen Bereichen an konkreten pädagogischen Problemen arbeiten.

Und dazu nimmt das Staatsministerium mit dem es  neue Stellen für Sozialpädagogen und Schulpsychologen schafft. Lesen Sie hier die Erklärung des Staatsministeriums.

Ein Kommentar zu “Multiprofessionelle Teams – ein sinnvolles Wahlgeschenk?

  1. Christian Feja Autor des Beitrags

    An sich ist der Gedanke, multiprofessionelle Teams zu schaffen, die außerschulische mit innerschulischer Kompetenz verknüpfen, nicht schlecht. Dasselbe gilt, wenn es darum geht, Stellen für Schulsozialpädagogen und Schulpsychologen zu schaffen. Beides ist eine Reaktion darauf, dass man in München wohl erkennt, dass die vielen zusätzlichen pädagogischen Aufgaben, mit denen man die Lehrerschaft landauf landab über Jahre belastet hat, diese überlasten und die inhaltlichen Erfolge ausbleiben.

    Mit der Schaffung multiprofessioneller Teams schafft das Staatsministerium neue Strukturen und nimmt dafür Geld in die Hand, indem es die neuen Stellen der Schulsozialpädagogen schafft. Ob das die Kollegen von JaS oder MSD allzu sehr erfreut, sei dahingestellt, zumal Vertrauensbeweise anders aussehen.
    Gleichzeitig werden neue Stellen für Schulpsychologen geschaffen und die Schulpsychologen werden anscheinend auch noch mit anderen Aufgaben betraut. In der Pressemitteilung des KM heißt es: „Schulpsychologinnen und -psychologen beraten darüber hinaus Eltern und Schülerinnen und Schüler vertrauensvoll sowohl bei pädagogisch-psychologischen Fragen als auch zur Schullaufbahn. Ebenso können sich Lehrerinnen und Lehrer an diese wenden. Zudem arbeiten sie mit anderen schulinternen wie externen Beratungsdiensten zusammen: Hierzu zählen u.a. die Beratungslehrerinnen und -lehrer, die Staatlichen Schulberatungsstellen oder auch Jugendämter und Erziehungsberatungsstellen.“
    Ist das vertrauensvolle Beraten „sowohl bei pädagogisch-psychologischen Fragen als auch zur Schullaufbahn“ nicht unsere ureigenste Aufgabe? Ist die Zusammenarbeit mit schulinternen und externen Beratunsgdiensten nicht das, was wir seit Jahren mit Erfolg machen? Und wo erscheinen wir bei dieser Konstruktion: als schulinterner Beratunsgdienst,der den Schulspychologen quasi zuarbeitet! Das kann doch nicht wahr sein!
    Ist dieses neue Konstrukt, bei dem Schulpsychologen mit Aufgaben betraut werden, die zu unserem zentralen Aufgabenbereich gehören, eine bewusste Missachtung der Beratungslehrer oder nur Unwissen darüber, wie wir seit Jahren arbeiten?
    Ich glaube, dass die wichtigen Stellen am Staatsministerium, zum einen den Überblick darüber verloren haben, wer in welchem Bereich bereits berät. Daher ist es allemal einfacher, neue Stellen zu schaffen, oder die, die man kennt, zu stärken. Zum anderen glaube ich, dass dort immer noch das Bild vom Beratungslehrer vorhanden ist, der freundlich mit den Eltern und Schülern redet und den einen oder anderen Tipp gibt, und das war dann auch schon. Dass wir alle eine mehrjährige Ausbildung hinter uns und eine Staatsexamen abgeschlossen haben, dass wir in unzähligen Koordinierungskreisen sitzen, dass wir es sind, die in der Regel interne und externe Hilfe koordinieren, weil wir auch die Kontakte und die Kompetenz dazu haben, ist anscheinend noch nicht ins Bewusstsein der zuständigen Verantwortlichen gedrungen. Hilfe zu koordinieren ist unsere Ausgabe.