Liebe Kollegen, liebe Freunde,

die Mitgliederversammlung in Hohenbercha hat einen neuen Vorstand gewählt, der eigentlich so neu gar nicht ist, wie es scheint: Claudia Höhendinger, jetzt meine Stellvertreterin, und Maria Sax, jetzt Schriftführerin, waren schon in den letzten Jahren immer bei den Vorstandstreffen dabei und konnten somit quasi als adoptierte Mitglieder des erweiterten Vorstands gesehen werden, zu dem Klaus Masch gehörte, der sich jetzt um die Finanzgeschäfte kümmert.

Ich selbst, Christian Feja, war Schriftführer und habe jetzt von Claudia Haas den Vorsitz übernommen. Das war kein leichter Schritt für mich, da ich sehr wohl weiß, was Claudia in den letzten 12 Jahren an Wissen angesammelt hat und mit wie viel Herzblut sie sowohl gegen die Trägheit der stattlichen Bürokratie als auch gegen die, die in unseren Herzen wohnt, ankämpften musste. Ich befürchte, dass ich selbst noch viel zu wenig weiß, als dass ich Claudia das Wasser reichen könnte. Sicherlich habe ich den Vorsitz auch deswegen übernommen, weil es eine Aufgabe ist, die mich reizt. Aber es war keine Herzensentscheidung, sondern besonders dem Umstand geschuldet, dass wir sonst das Ende des Verbandes hätten einleiten müssen. Und das wäre unter den gegebenen Umständen fatal: Es herrscht nämlich hinter den Kulissen ein Hauen und Stechen darum, wer wofür im System Schulberatung zuständig ist und für wen wofür Gelder zu Verfügung gestellt werden, die sich für uns dann meist in Entlastungsstunden auswirken. Meine Befürchtung ist … aber dazu ein andermal.

Wir Beratungslehrer haben da einen schweren Stand: Wir waren früher die Beratungsinstitution, an die sich die Eltern wandten, damit sie nicht zum Schulpsychologen müssen, denn zu „Psycho“ wollte man ja nicht. Heute ist das nicht mehr so. Heute denken die führenden Bildungspolitiker anscheinend gar nicht mehr an den Beratungslehrer mit einem staatlichen Abschluss, wenn es darum geht, dass sie Antworten auf die pädagogische Frage finden wollen. Vielleicht sollten wir das ändern. Vielleicht können wir das ändern, indem wir sichtbarer werden: Jonas Röthlein, der Vorsitzende des Landes Verbands Bayerischer Schulpsychologen, hat auf unserem Festakt in Ichenhausen 2014, soweit ich mich erinnere, gesagt, dass wir aus unseren Beratungszimmern wieder mehr in die Lehrerzimmer gehen und greifbar werden sollen und müssen (auch wenn es unbequem ist). Ich denken, das wäre ein erster Schritt in die Sichtbarkeit.

Und vielleicht hilft es auch, wenn wir uns ein Mantra zulegen: Wir sind der Knotenpunkt der Schulberatung; wir sind diejenigen, die mit den Eltern, Schülern und Kollegen überlegen, welche Hilfe die richtige ist. Wir sind dies, weil wir dafür ausgebildet sind, den Überblick zu haben. Wir wissen, was wir selbst leisten können und wann wir den Weg zum Schulpsychologen, zur Kinder- und Jugendpsychiatrie oder zu Logopäden empfehlen können. Wir machen des erste Screening, indem wir Zeugnissen analysieren, die Kinder testen und Informationen bei den Beteiligten sammeln. Wir können kompetent im Krisenfall helfen und kennen Experten und Einrichtungen, an die andere vielleicht noch nicht gedacht haben.

Aber auch als Verband müssen wir sichtbar werden. Ich habe nämlich festgestellt, dass es bestimmt mehr Beratungslehrer in Bayern gibt, die den „bib – Verband der Beratungslehrer in Bayern“ nicht kennen, als solche, die ihn kennen. Das muss sich ändern. Nicht nur, weil auch Mitgliederstärke etwas über die Schlagkraft eines Verbandes aussagt. Wir müssen auch sichtbarer werden, weil wir als Verband überaltern. Wir Alten im Vorstand können doch nur erahnen, was den jungen Kollegen wichtig ist. Aber es geht ja darum, Zukunft zu gestalten. - Was für ein Widerspruch!

Mein Traum wäre es, dass wir so sichtbar und attraktiv werden, dass sich in der nächsten Mitgliederversammlung ein starke Opposition aus jungen Kollegen aufbaut und den amtierenden Vorstand mit Vehemenz stürzt. 

Ich verspreche, sie zu unterstützen. Doch bis dahin wird es noch ein langer Weg sein. Wir hoffen auf viele neue Erfahrungen und darauf, euch kennen zu lernen. Lasst uns gemeinsam die Zukunft des Verbandes gestalten!  (Ganz aktuell: Hat jemand von euch Spaß daran, mir bei der Websitegestaltung zu helfen? Ich brauche dabei einfach zu lange.)

Christian Feja, Landesvorsitzender

3 Kommentare zu “Liebe Kollegen, liebe Freunde,

  1. Katja Honold

    Liebe Claudia, vielen Dank für die vielen Jahre als Vorsitzende und die unfassbar vielen Stunden und die energie Kraft, die du in den Verband – in uns- investiert hast!
    Lieber Christian, ein Glück, dass du den Laden rettest! Ich gehöre auch nach anfänglichem Enthusiasmu, zu den Trägen, den „Eigentlich müsste man wirklich..“- Kolleginnen.
    Ich würde jetzt, als kleiner Aktivitätsansatz, mit euch gerne darüber nachdenken, ob wir nicht für jede Dienstbesprechung der BL jemanden aus unserem Kreis finden könnten, der in/vor/im Anschluss an die Dienstbesprechung den Kollegen Flyer in die Hand drückt und kurz für den Eintritt wirbt.
    Es müsste im Idealfall doch möglich sein, das vielleicht sogar unter einem Tagesordnungspunkt „Diverses“ als „Vorstellung des BIB“ unterzubringen. So würden wir praktisch alle erreichen.
    Ich könnte das in Kempten tun.
    Alles Gute! Katja Honold, Allgäu-Gymnasium Kempten

    1. Christian Feja Autor des Beitrags

      Vielen Dank, liebe Katja,
      ob ich den Laden rette, müssen wir erstmal sehen. Aber mit Claudia, Maria und Klaus im Team wird das mit etwas Glück, Einsatz und viel Zuspruch von außen schon klappen. Dass du Flyer verteilen willst, habe ich registriert. Wir werden dir einen Stapel schicken, sobald die neuen gedruckt sind.
      Was du ab sicherlich jetzt schon machen könntest, ist, unter den jungen Kollegen zu werben: Ich möchte, dass sie bei uns eine Möglichkeit sehen, ihre Zukunft als Beratungslehrer zu gestalten. Wenn wir es nicht machen, macht es keiner. Und damit sie sich nicht allzu einsam fühlen unter uns Alten, habe ich auch schon eine jüngere Kollegin angesprochen, die sie unter ihre Fittiche nehmen würde.
      Das wird schon 😉
      Christian

  2. Michael Peil

    Lieber Chris,

    dir und dem neuen Vorstand alles Gute, vor allem einen langen Atem.
    Dem alten Vorstand, insbesondere Claudia mag auch ich meine herzlichsten Dank für die jahrelange Verbandsarbeit aussprechen.

    Viele Grüße

    Michael