Best Practice: GS/MS Pressath erhält Gütesiegel Demokratie

Mitgliederversammlung in Walting 2016 hatte beschlossen, dass Best-Practice-Projekte von Beratungslehrern auf der Website veröffentlicht werden sollen. Das war zwar eine gute Idee, allerdings ohne Projekte, die vorgestellt wurden. Versuchen wir einen neuen Anlauf: Das Projekt, was sich jetzt hier vorstellt, hat zwar mit Beratung nur insofern etwas zu tun, als es wahrscheinlich präventiv wirkt und die erwähnte Konrektorin Eva-Maria Ficker eine ausgebildete Beratungslehrerin ist; dennoch ist es ein sehr engagiertes Projekt, das Beachtung und Anerkennung verdient:

Politische Bildung und demokratische Entscheidungsfindung sind erklärte Zielsetzung des von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit initiierten Projekts „Gütesiegel Demokratie“.

Nach der Phase als Projektschule und einer umfangreichen Präsentation wird der Grund- und Mittelschule Pressath am 3. Juli von Staatssekretärin Anna Stolz offiziell das Gütesiegel Demokratie verliehen, wozu eine Delegation von Lehrern und Schülern ins Kultusministerium geladen wurde.

Bei der maßgeblich von Konrektorin Eva-Maria Ficker und Hans Walter koordinierten Darstellung wurde die gesamte Schulfamilie eingebunden.

Besonderen Anklang fanden das Engagement der Schule beim Besuch außerschulischer Lernorte wie der Gedenkstätte Flossenbürg oder des Deutsch-Deutschen Museums in Mödlareuth und die Zusammenarbeit mit der lokalen politischen Ebene. Dazu erschien auch im Magazin „Schule & wir“ des Bayerischen Staatsministeriums ein Interview mit einem Schüler, der über seine Erfahrungen beim Besuch des Pressather Bürgermeisters berichtete.


Achtklässler der GMS Pressath besuchten das ehemalige Konzentrationslager Flossenbürg

Hervorgehoben wurde auch die Arbeitsgemeinschaft „Schulfunk“, die seit 2016 wöchentlich über die Lautsprecheranlage der Schule über wichtige Ereignisse an der Schule, in der näheren Umgebung, aber auch in Deutschland und der ganzen Welt informiert. Auch ein Seminartag für das Studienseminar Lehramt an Mittelschulen im Kreis Tirschenreuth/Neustadt/Weiden wurde gestaltet.

Das Team der Arbeitsgemeinschaft Schulfunk besteht im Schuljahr 2018/2019 aus zehn Schülerinnen und Schülern aus der 5. bis 9. Klasse.

Im Rahmen der Demokratieerziehung beteiligte sich die Mittelschule Pressath an den Juniorwahlen zum Bayerischen Landtag 2018 und zur Europawahl 2019. Deutschlands größtes Schulprojekt zur politischen Bildung startete 1999, bislang haben sich fast drei Millionen Schülerinnen und Schüler beteiligt.  

Die Wählerinnen und Wähler der Zukunft sollen dabei anhand einer Wahlsimulation die Grundsätze und Abläufe demokratischer Wahlen kennen lernen.

Die schulinterne Vorbereitung begann mit Fortbildungen für die verantwortlichen Lehrer, Konrektorin Eva-Maria Ficker und Hans Walter. Die Klassenleiter der Jahrgangsstufen 7 bis 9 führten in ihren Klassen projektbezogenen Unterricht durch, vor allem natürlich in den politiknahen Fächern, aber auch im Deutschunterricht oder in Kunsterziehung, wo Slogans und Wahlplakate analysiert und entworfen wurden.

In einem eigens eingerichteten Wahllokal wurde die Wahl dann so realitätsnah wie möglich durch. Dazu gehörte, dass die als Wahlhelfer und Wahlvorstände eingesetzten Klassensprecherinnen und Klassensprecher im Vorfeld Wählerverzeichnisse anlegten und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler mit echten Wahlbenachrichtigungskarten auf die bevorstehende Wahl hinwiesen.

Am Wahltag mussten diese Benachrichtigungen dann in Verbindung mit einer Legitimation, wie etwa dem Schülerausweis, vorgelegt werden. Auf echten Stimmzetteln des Stimmbezirks 307 (Tirschenreuth) konnten sich die jugendlichen Wählerinnen und Wähler dann für Kandidaten und Parteien entscheiden und ihre Kreuze in echten Wahlkabinen machen. Die ausgefüllten Stimmzettel landeten in einer zuvor versiegelten Wahlurne und wurden im Anschluss wie bei der richtigen Wahl ausgewertet. Das Ergebnis wurde zentral übermittelt und blieb selbstverständlich bis zum Abschluss der tatsächlichen Landtagswahl geheim, barg aber doch einige Überraschungen.


Koordiniert von den Lehrkräften Eva-Maria Ficker und Hans Walter organisierte die SMV der Mittelschule Pressath die Juniorwahl zur Europawahl 2019.

Um den kulturellen Austausch und die Verständigung mit europäischen Partnerstaaten zu pflegen, wurde 1993 die Partnerschaft der Mittelschule Pressath mit der Sandor Petöfi iskola in Hortobágy begründet. Seitdem findet jährlich ein Schüleraustausch, alternierend in Ungarn und in Pressath, statt.

Die Konrektorin Eva-Maria Ficker leitet zudem die Arbeitsgemeinschaft der Streitschlichter, die sich zum Ziel gesetzt hat, schulinterne Konflikte oder auch Mobbingfälle innerhalb der Schülerschaft zu regeln. Mit den Schülerinnen und Schülern, die sich an der Streitschlichter-AG beteiligen, wurde in mehreren Unterrichtseinheiten ausführlich über die Problematik so genannter „Stammtisch-Parolen“ diskutiert. Daraus wurden Erfolg versprechende Strategien zum Umgang mit derartigen Vorurteilen entwickelt.

Verantwortlich zeichnet Frau Ficker auch für die Tanz-AG, die bewusst den multikulturellen Hintergrund der Tänzerinnen nutzt, um eine Lanze für die Vielfalt unserer Gesellschaft zu brechen, und für die professionell geschulten Schulsanitäter, die  die Mitgestaltung des Zusammenlebens in der Schule und die Übernahme von Verantwortung zum Ziel haben. Darüber hinaus soll das Engagement der Jugendlichen und die Bereitschaft  zur Einbindung in Ehrenämter gefördert werden.


Die Schulsanitäter wurden vom Bayerischen Roten Kreuz ausgebildet und mussten eine Prüfung ablegen.

Kontakt: vs-pressath@t-online.de

(Eva-Maria Ficker, Hans Walter)

Schreibe einen Kommentar